Drei, pardon, vier Frauen in der Jury

<b>Feucht-fröhliches Vergnügen: </b>Wolfgang Hürter lässt sich von Sandra II., im richtigen Leben professionelle Wäscherin, nicht einschüchtern.

<b>Feucht-fröhliches Vergnügen: </b>Wolfgang Hürter lässt sich von Sandra II., im richtigen Leben professionelle Wäscherin, nicht einschüchtern.

28.01.2007 1. Beueler Häärekomitee unterliegt im Wettwaschen den Damen denkbar knapp - Bezirksvorsteher klaut Waschbrett

Pützchen. Christian Schaaf hatte schon eine Vorahnung. Der Vorsitzende des 1. Beueler Häärekomitees steht mit schwarzem Umhang und leichenblass geschminktem Gesicht in einem Nebenraum der Gaststätte Zum Treppchen. Gleich wird er sich ein Vampirgebiss aus Plastik in den Mund stecken, für den Einzug des Häärekomitees, dessen diesjähriges Motto "Gruselkabinett" ist.

Die inzwischen neunte Ausgabe des Wettwaschens, der Kampf der Geschlechter an der Bütt, steht an. Vorher teilt Schaaf noch mit: "Wir haben sehr viel geübt, aber auch den Nachteil, dass drei Frauen in der Jury sitzen." Und die vergibt schließlich die Wäscheklammern - die Punkte.

Eigentlich handelt es sich bei der vierköpfigen Jury sogar um vier Frauen: Neben der Ex-Bonna Ina Harder und Maria Balensiefen, Präsidentin des Damenkomitees in der TSV Bonn rechtsrheinisch sowie der Bezirksverordneten Monika Krämer-Breuer nimmt Erwin Thiebes (Holzlöre Orijinale) am Jurorentisch Platz - verkleidet und geschminkt als Punk-Idol Nina Hagen.

Die Stimmung im Gasthaus ist prächtig, und Moderator Willi Härling im kurfürstlichen Gehrock erweist sich erneut als Idealbesetzung: Er tanzt mit, verbreitet gute Laune und ist stets auf Augenhöhe. Im ersten Waschgang, der wie alle folgenden drei Minuten dauert, treten Wäscherprinzessin Sandra II. (Heinen) und Bezirksvorsteher Wolfgang Hürter gegeneinander an.

Ihre Lieblichkeit entstammt bekanntlich einer Wäscherei-Dynastie. Hürter weiß das natürlich und hat sich eine perfide Taktik überlegt: Sofort nach dem Startsignal klaut er der Prinzessin die ersten Wäschestücke aus der Bütt; kurz darauf sogar das Waschbrett.

Siegessicher lässt sich der Bezirksvorsteher vor den aufgebockten Bottichen auf ein ausgiebiges Tänzchen mit Sandra II. ein. Doch nicht die Masse zählt am Ende, sondern Sauberkeit, Geruch und Trockenheit der Wäsche: Die erste Runde geht an die Frauen.

LiKüRa-Prinzessin Jenny I. (Lanz) misst sich im Wettwaschen mit Marc Rohs vom Häärekomitee. Zuvor wird Jenny I. mit weißen Plastikschürzen wasserdicht gemacht - es geht immer hoch her an der Bütt. Die Ennert-Regentin wirkt sehr konzentriert, Rohs wirft ihr Wäschestücke herüber, um sie zu irritieren. Die Jury ordnet ein Stechen an, das Jenny I. eindeutig für sich entscheidet.

Zwischen den Waschgängen gibt's jede Menge Programm: Trompeter Fabian Roth, Maddam Motterboddem, Christian Schaaf als Freddie Mercury mit einem Queen-Medley, Marc Rohs (als "Uschi") und Günther Walsdorf alias Henry Valentino singen "Im Wagen vor mir".

Und als Duo "Zu Huus" vollziehen Wilfried Mermagen und Harald Wißkirchen einen gesanglichen Brückenschlag zwischen Köln und Bonn. Im Repertoire: "Ännchen Susännchen", "Träumendes Bonn" und eine Rap-Version von "Ruut, ruut sin de Ruuse". Den Abschluss bildet das Bockerother Dreigestirn.

Am Ende geben sich die Männer mit 4 : 5 geschlagen. "Wir haben sauber gewaschen, aber trotzdem verloren", kommentiert Schaaf. Trotz der weiblichen Übermacht in der Jury ein mehr als respektables Ergebnis.

Außerdem dankt er allen Ehefrauen und Freundinnen der Häärekomitee-Mitglieder für die tatkräftige Unterstützung bei den Veranstaltungen des Vereins: "Ohne die Frauen wäre das gar nicht möglich." (Von Hagen Haas)