Linz: Jecken bejubeln Prinz Hajo I. bei Empfang

Prunksitzung der Großen Linzer KG : Jecken bejubeln Prinz Hajo I. bei Empfang

„Su wie fröher, nur noch mieh“ feiern die Jecken bei der Prunksitzung der Großen Linzer KG. Aus dem Häuschen ist aber nicht nur der Prinz. Auch die Jecken können ein abendfüllendes Programm genießen.

„Su wie fröher, nur noch mieh, wed jefiert su nie, voller Power Energie, immer mieh!“ Inbrünstig schmetterte der Prinz des Jubiläums-Husarencorps Grün-Weiß Linz, Hajo I. „von den Ufern des Alwiesbaches“, mit seinen Adjutanten, Toni Derek und Kevin Schopp, sein Sessionslied. Und die Jecken im Saal des Hotels Weinstock jubelten ihm zu. Seine Tollität badete in der Menge der Narren, die mit der Großen Linzer KG um Präsidentin Yvonne Adams-van Beek bei der Prunksitzung feierten.

„Dat he is janz jrußes Kino. Losse mer us Fasteleer su lang erhaale, wie mer könne!“, rief Hajo I. allen zu nach dem ersten donnernden „Linz-Fastelovend un alle Corps – Alaaf!“. Diese Corps bescherten den Jecken im Saal ein tolles Programm, allen voran die Gastgeber selbst um ihren Kommandanten Nihat Kökce. Der schickte zunächst das Tanzpaar, Nadja Klein und Kilian Rechmann, ins Rennen. Dann reihte es sich nach dem Musikzug in die Männertanzgruppe ein, um die Narrenschar überaus schwungvoll und scheinbar schwerelos mit „Schalala un Uff-Tata“ in die „Stadt met K“ zu entführen.

Möhnen ziehen die Corps durch den Kakao

Ihren Augen nicht trauen wollten fünf „ruude Stadtsoldaten“, als beim Klamottenappell eine der ihren, Susanne Degen, in eine blaue Jacke schlüpfte. „Das is demm Pascal, us Sohn, sin Ding. Ich han nur daneben jejrifffe“, versuchte diese, die „Fehlfarbe“ beim Kommandanten reinzuwaschen. In dessen Rolle war beim Möhnen-Sketch Obermöhn Martina Krämer geschlüpft.

Sie tröstete die Mutter des „fahnenflüchtigen Transjecken“, der als Installateur-Lehrling „uch prävaat“ in Blau rumläuft: „Stell dir ens für, der wollt Gärtner werden, dann wäre er bei de Jrööne jelandet, oder er wööd Aanstricher, dann wär er, noch schlimmer, en Cremeschnittche!“

Bützchen und Blömcher: Hajo I. genießt das Bad in der Menge, die ihn beim Einzug in den Saal gebührend begrüßt. Foto: Frank Homann

Jedes Corps, egal welcher Farbe, bekam sein Fett weg bei den Möhnen. Auf die Jubiläums-Husaren hatten sich dagegen die Hunnen eingeschossen. Deren Attila, Björn Hepenstrick, ließ seinen Traum von einem akrobatischen Tanz auf der Sitzung in Erfüllung gehen.

Attilas Tanz mit dem Stroh-Mariechen

Dafür hatten drei Hunninnen jeweils zwei Strohkameraden vor und hinter sich an Bambusstäben befestigt, sodass drei mal drei „Tänzer“ um den Tanzoffizier schwirrten, der ohne Anstrengung sein Stroh-Mariechen stemmte, dieses Leichtgewicht sogar quer über die Bühne seinem Attila in die Arme warf.

Wer dachte, der Musikzug der Stadtsoldaten würde seinem langjährigen Frontmann nachtrauern, der inzwischen bei der Erpeler Gulaschkapell gelandet ist, sah sich getäuscht. Nach dem „Bella-Ciao“-Tanz, bei dem die Männertanzgruppe mit dem Paar, Svenja Müller und Sebastian Mesenholl, eine heiße Sohle aufs Parkett legte, behaupteten beim Potpourri des Musikzugs gleich drei „Ersatz-Burkards“ felsenfest: „Ich bin der wahre Eric!“

Als der „Mann für Amore“ in DJ-Ötzi-Manier präsentierte sich dann der Kommandeur des Elferrats, Martin Flöck. Er tanzte als „Anton von den Bergen“ vor dem Lederhosen-Ballett des Corps mit seiner Zenzi („a Körper wie a Baum und a Hüftn wie a Traum“) und gestand: „I bin a Hamma, doch komm ich obends zu dir haom, host du die Lederhosn oan“. „Dat ist Linzer Fastelovend, dat is Strünzer Narretei. Da bewejen sich sojar die Cremschnittche“, schwärmte die Präsidentin. Dabei warteten mit den Roten Husaren und dem Funkencorps Blau-Wiess, dem Fanfarencorps und der Schweren Artillerie noch weitere Corps darauf, Prinz Hajo I. ihre närrische Aufwartung zu machen.