Zug in Oberpleis: Sushi mit Bützchen

Zug in Oberpleis : Sushi mit Bützchen

33 Gruppen mit mehr als 800 Teilnehmern ziehen beim Zoch durch Oberpleis – und schmeißen Kamelle bis zum Abwinken.

Gleich eimerweise konnten die Jecken ihre Kamelle nach dem Zoch in Oberpleis nach Hause tragen. Die Schlepperfreunde Pleistal, die mit ihren alten Treckern dem Narrentross vorweg tuckerten, hatten die praktischen Behältnisse gleich türmchenweise an Bord gestapelt und verteilten sie großherzig an das Fußvolk am Straßenrand.

Die insgesamt 33 Gruppen mit mehr als 800 Zugteilnehmern sorgten dafür, dass die Eimer auch randvoll wurden: Sie schmissen Kamelle bis zum Abwinken. Dies wiederum war wie Wasser auf den Mühlen der „Dorfmusik“: Die Jungs und Mädels hatten nämlich dem Diätwahn den Kampf angesagt und sangen – getreu dem Motto „Eat fast, die young“ – ein Loblied auf Pizza, Burger, Fritten und Co. Gesünder ernähren sich da die Gymnastikdamen des TuS Oberpleis: Ihr Sushi war nicht nur handgeformt, sondern wurde auch mit viel Liebe und einem Bützchen serviert.

Immer hungrig sind auch die Wölfe, die sich im Huhsicker-Land zwischen Düwels- arsch und der Pleeser City ausgebreitet haben. Sogar am Heiligenhäuschen auf dem Hartenberg wurde die jraue Bajaasch bereits gesichtet und der „Alte Zoll“ ist auch schon knubbelvoll. Das wussten zumindest die Mitglieder des Club Hupp zu berichten. Die Langohren aus Hasenboseroth sind verzweifelt, sie wissen bereits nicht mehr wohin.

Und was sagt der Landrat? „Do konn mer nix maache. Die stonn unter Naturschutz.“ Wie gut, dass es aber die Ritter vom Orden des Lützbachs gibt. Die furchtlosen Recken in ihren schwarz-goldenen Gewändern stellten am Sonntag eindrucksvoll unter Beweis, dass wenigstens sie ziemlich scharf schießen können – zwar nur mit Kamelle und Konfetti, aber immerhin.

Neben den Wölfen fühlen sich mittlerweile auch andere Vertreter des Tierreichs im Pleeser Ländchen pudelwohl: die Pinguine und Eisbärchen des Kindergartens Pusteblume zum Beispiel. Das Uthweiler Kinderprinzenpaar Helene I. und Benny I. hatte nämlich die Eiszeit eingeläutet – optimale Bedingungen also für Gäste aus den Polarregionen. Weshalb dann auch eine ganze Robbenkolonie im Zoch mitschwamm.

Den Bewohnern des Märchenwalds war das alles ganz und gar nicht geheuer. Ohnehin ist den Prinzessinnen, Hexen und Zwergen das derzeitige Klima auf Erden zu kalt geworden, weshalb sie kurzerhand auswanderten: „Driss op de Welt. Ich jonn ins Disneyland.“ Die ganz Welt hätten indes Prinzessin Barbara I. und Prinz Witaly I. umarmen können, zumindest aber ihre bunt kostümierten Untertanen, die jubelnd am Straßenrand standen.

Da dies von ihrer rollenden Hofburg aus aber ganz und gar unmöglich war, ließ das Pleeser Prinzenpaar Kamelle mit Hätz auf alle Jecken herabregnen.