Karnevalszug in Erpel: Aachtelsmöhnen drehen in Erpel an der Uhr

Karnevalszug in Erpel : Aachtelsmöhnen drehen in Erpel an der Uhr

Im Erpeler Zoch erfreuten am Sonntag knatschgelbe Sonnenblumen, rosa Panther und natürlich Bernd I. „von den Dahlien“. Die Tollität ließ aus ihrer riesigen Gießkanne Kamelle und Schokolädcher auf die Narren am Zugweg niederregnen.

Mit dem Kinderprinzenpaar von Kasbach-Ohlenberg an der Spitze, Jorin I. (Wirtz) und Sarah I. (Fuchs), die von den Ohlenberger Tanzflöhen eskortiert wurden, startete am Sonntag der Karnevalszug der Großen Erpeler KG (GEK). Den Tollitäten folgten die Unkeler Hunnen um Attila Harry Vollmer und die Möhnen aus Heister um Vorsitzende und Präsidentin Gerda Buchholz. Die Mitglieder der Tanzgruppe Hoppenstätt hatten sich derweil in Vogelhäuschen verwandelt, in denen farbenfrohe Sänger wohnten.

„Ich hoffe, dass es nicht stürmischer wird“, hatte die Chefin des Erpeler Möhnenclubs, Martina Wilsberg, gegen Mittag gebetet, hatte sie doch Angst um ihre zarten Schmetterlings-Schwestern. Zur Not hätten die sich aber in die bunten Blumenampeln flüchten können, in die sich die „Herzdamen“ von Prinz Bernd I. – Hobby-Gärtner par excellence – verwandelt hatten. Ob es die fleißigen Gärtner vom Bürgerverein gewesen waren, die ihre Blumen lange vor der Blüte liebevoll zu voller Pracht hochgepäppelt hatten, wollten diese nicht verraten. Nach den Blüten auf ihren grünen Schürzen zu schließen, präferierten sie jedoch, im Gegensatz zum Dahlien-Spezialist Bernd I., eindeutig knatschgelbe Sonnenblumen. Gegen deren Gelb haben die Erpeler Fußballer an sich nichts einzuwenden, allerdings schlägt ihr Herz in rot-weißer Leidenschaft für saftiges Grün, vor allem wenn das Gras auf ihrem Sportplatz, auch als „de Kipp“ bekannt, diese Farbe aufweist.

Vom Bolzplatz-Acker 1919 über den Rote Erde-Platz 1965 bis zum im Dezember 2015 eingeweihten Kunstrasenplatz ließ der Verein die Geschichte seines Platzes Revue passieren auf seinem Motivwagen, um den sich 150 rot-weiße Kicker mit schwarz-weißen Luftballon-Fußbällen scharten.

Rosa waren die Mähnen der Aachtelsmöhnen, fragten die doch auf ihre riesigen Wecker deutend als Paulchen Panther: „Wer hat an der Uhr gedreht?“

„Gut gebrüllt Löwe“ hieß es unter anderem bei den Ehrengardistinnen, die sich als Marionetten der Augsburger Puppenkiste, allen voran Jim Knopf und Lokomotivführer Lukas, auf den Weg machten. Ihnen folgten die Kinder- und die Prinzengarde sowie die GEK-Stadtsoldaten um Kommandant Felix Weber mit dem Versorgungsplanwagen, auf dem eine Kanone vorwitzige Schatzräuber abhielt, sich an den Süßigkeitenvorräten zu vergreifen. Dem Elferrat in seiner riesigen Kutsche stand danach nicht der Sinn, ebenso wenig wie dem Prinzenteam auf seinem Wagen, auf dem es sich „für die jeile Zick“ seit der Proklamation bedankte. Seine Dankbarkeit, dass er so warmherzig und begeistert als Prinz der Alten und Freien Herrlichkeit akzeptiert und gefeiert worden war, zeigte Bernd I. „von den Dahlien“ auf eindrucksvolle Art. Während ihm sein Adjutant Holger unablässig Nachschub zuschaufelte, ließ der Mitbegründer des legendären Weinfest-Blütenkorsos aus seiner riesigen Gießkanne Kamelle und Schokolädcher auf die Jecken am Zugweg hernieder regnen, die ihrem Regenten begeistert zujubelten.

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