Große Königswinterer Karnevalsgesellschaft: Jecke in Königswinter sind schon jetzt in Hochform

Große Königswinterer Karnevalsgesellschaft : Jecke in Königswinter sind schon jetzt in Hochform

Die Große Königswinterer Karnevalsgesellschaft hat mit rund 700 Narren in der CJD-Aula in Königswinter ihre Kostümsitzung gefeiert.

„Jetzt geht’s los, wir sind nicht mehr aufzuhalten!“ Mit diesem Hit zeigten die Höhner den 700 Jecken in der Königswinterer CJD-Aula gleich zum Auftakt ihres Auftritts, wo’s karnevalistisch langgeht. Aber die Besucher der Kostümsitzung der Großen Königswinterer Karnevalsgesellschaft (GKKG) brauchten diese Aufmunterung der Kölner Kult-Band gar nicht. Sie zeigten sich von Minute eins an in jecker Hochform, bestens angeführt von GKKG-Sitzungspräsident Guido Hoffmann.

Und als dann solche Höhner-Mega-Hits wie „Wir halten die Welt an“ erklangen, war das jeck verkleidete Publikum außer Rand und Band. Nur beim neuen Sessionslied brauchte es ein wenig Nachhilfe. Krautmacher fragte: „Kennt ihr Kuba?“ Klar. Er gab die Anleitung zum Spiel: „Fidel – dann müsst ihr Castro sagen!“ Beim Wort „Viva“ patzten die Jecken auf echte kölsche Weise. Sie riefen: „Colonia!“ Der Bandleader: „Da müsst ihr natürlich ,la Revolución‘ sagen!“ Beim „Cuba Libre“ waren die Karnevalisten dann schon wieder obenauf.

Aber das Ratespiel war nur das Vorspiel: Die Aula wurde zum Hexenkessel beim neuen Sessionslied „Anna Havanna“. Die hübsche Tänzerin Martina Ndjeng beherrschte die Salsa-Rhythmen aus dem Effeff. Und „Ober-Hohn“ Henning Krautmacher zeigte sich wie auch Micki Schläger „gelenkig in den Hüften“ beim Tänzchen mit „Anna aus Havanna“ über die Bühne. Nach dem Ausflug in die Karibik ging es wieder ins Rheinland: „Hey Kölle du bes e Jeföhl!“ Zugaben waren fällig. Guido Hoffmann: „Liebe Höhner, die Jecken liegen Euch zu Füßen!“

2000 Kartenanfragen hatte es gegeben

Die GKKG hatte die Hütte voll. 700 Besucher dürfen in den Saal, 2000 Kartenanfragen hatte es gegeben. Diesmal waren im „Gürzenich von Königswinter“ auch Mitglieder der Ziepches Jecke und der KG Halt Pol dabei. Die beiden Honnefer Gesellschaften dürfen dank der kollegialen Unterstützung der Königswinterer Gesellschaften in diesem Jahr die Aula in der Altstadt benutzen, weil der eigene Kursaal saniert wird.

Als Bütten-Star Guido Cantz die Königswinterer Bühne betrat, da meinte Cantz denn auch: „Oh, ich sehe auch einige Gäste aus Bad Honnef hier!“ Sein Blick auf die Welt: „Wir können froh sein, dass wie hier im Rheinland sind und die fünfte Jahreszeit feiern können!“ Alles sei kompliziert geworden in Zeiten von Genderwahnsinn, MeToo & Co. Schlagfertig habe seine Metzgersfrau reagiert, die einem Kunden, der nach „veganer Flönz“ gefragt hatte, antwortete: „Wir haben nur Tofu aus Mett, Jung!“

Köstlich sein Witz über die Apokalypse. Putins Fazit: „Gott gibt’s wirklich, am 31.12.2020 geht die Welt unter.“ Trumps Fazit: „Ich bin mit Gott auf Augenhöhe. Am 31.12.2020 geht die Welt unter.“ Merkel macht bei der Ansprache zu den Bürgen die Raute und sagt: „Ich habe zwei gute Nachrichten. Gott gibt es wirklich. Und ich werde bis ans Ende der Welt eure Kanzlerin bleiben!“

An diesem Abend jedenfalls konnten sich alle amüsieren. Toll auch die Tanzdarbietungen: Einfach süß die Drachenfelsfünkchen und die Drachenfelsgarde zum Auftakt der Sitzung. Die Drachenfelsperlen als weitere GKKG-Tanzgruppe zeigten sich später beim gemeinsamen Aufzug mit Altstadt-Prinzessin Annika I., dem Festausschuss Altstadt-Karneval und den Stadtsoldaten des TV Eiche Bad Honnef in Bestform. Mit einem Showtanz erfreuten auch die Powerhexen der GKKG. Schnappatmung war dann beim Tanzcorps „Original Matrosen vum Müllemer Böötche“ angesagt – die Mädchen und Jungs zeigten eher eine Flugschau.

Köstlich auch die weiteren Redner: „Ne Knallkopp“, für markige Witze bekannt, provozierte Lachtränen. Auch die bekannteste Putzfrau aus Köln war mit dem Wischlappen da: Achnes Kasulke. Sie kam direkt aus Düsseldorf von der ARD-Fernsehsitzung. Eine Stunde vor Mitternacht schaffte die Frau in der Kittelschürze und mit dem ausufernden Chassis-Aufbau es, das närrische Publikum noch einmal zum Zuhören zu bewegen. Ihre Kleidung wollte sie für Arme spenden, sagte der Ehemann: „Achnes, wer in deine Klamotten passt, hungert nicht!“ Köstlich, da musste Präsident Hoffmann eine Rakete abfeuern!

Nach ihr noch die Bürgergarde Blau-Gold Köln mit alle Mann an Bord – die Bühne lief über. Und auch die weiteren Musikgruppen – spitze! Mit den „Klüngelköpp“ flogen die Jecken im Ballon, und den aktuellen Hit „Immer widder dunn“ hatte das Publikum auch schon intus - das ist eben auch „met 4711 jedäuf“. Zugabe-Rufe, Kreischalarm. Auch da ging gleich eine Rakete hinterher. Die Band „Lupo“ fetzte – „Loss jonn!“ Und mit „Cat Ballou“ ging’s nach Mitternacht ins Finale. Die Jecke im Saal hoben endgültig ab.