Ein letztes Mal feiern: Tollitäten in Bad Godesberg lassen Federn, in Adendorf regnet's Kamelle

Ein letztes Mal feiern : Tollitäten in Bad Godesberg lassen Federn, in Adendorf regnet's Kamelle

Nach 115 Tagen endete am Dienstagabend eine der längsten Sessionen der vergangenen Jahre. Die einen blickten glücklich auf ihre Amtszeit zurück, die anderen feierten noch einmal richtig – bevor es in die Fastenzeit geht.

Und so nahmen auch die Godesberger Nachwuchstollitäten Nicodemus I. und seine Anna sowie das große Prinzenpaar, Thomas II. und Godesia Dorothée, Abschied von ihrer närrischen Regentschaft. Dabei schwang beim Federnrupfen in der Stadthalle eine gewisse Trauer mit, als die Tollitäten die Insignien ihrer Macht abgeben mussten. Ihr Dank galt den Karnevalsgesellschaften, dem jeweiligen Hofstaat, dem Festausschuss und der Bezirksverwaltungsstelle: für ihre Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Karneval bestehe eben aus vielen kleinen Gesten, mit denen man Menschen erreichen könne, so der Prinz. Für Godesia Dorothée endete „die bislang längste und erlebnisreichste Reise meines karnevalistischen Lebens“, die am 11.11. – ihrem Geburtstag – begann.

Das Lannesdorfer Kinderdreigestirn, Prinz Antonius I. (Antonia Henreich), Bauer Hans (Elena Hochgürtel) und Jungfrau Aleyna (Aleyna Ari), bekam am letzten Tag seiner karnevalistischen Regentschaft einen gelungenen Abschied von den Aktiven der Karnevalsgesellschaft Fidele Möhnen Lannesdorf geboten. Die KG-eigenen Tanzgarden gestalteten ein kleines Programm in der Gaststätte Lannesdorfer Hof, bevor Möhnen-Präsidentin Sandra Brenner zur Tat schritt und den Kindertollitäten die Insignien der Macht abnahm. Traurig waren da Prinz Antonius und sein Bauer Hans sowie Jungfrau Aleyna schon, allerdings ist es kein Abschied für immer. Sie werden zukünftig wieder im Kindertanzcorps bei den Möhnen aktiv sein.

Mit sechs Wagen zogen insgesamt 15 Gruppen mit mehreren hundert Teilnehmern in schillernden Kostümen durch den Töpferort. Am Straßenrand begrüßte eine vierstellige Besucherschar die Ringener Wendböggele, die Karnevalsgesellschaft Grün-Gelb Fritzdorf und die Landsknechte Wormersdorf vor dem prachtvollen Piratenwagen der heimischen Hetzbröde-Damen. Neu dabei waren viele kleine Füße der Nachwuchsjecken aus der 2018 gegründeten Turngruppe im Ort unter dem Motto „New Kids on the Block“ mit reichlich fantasievollen Kostümen und die „Jungen Jecken aus Wachtberg“. Vor zwei Jahren hatte sich diese Gruppe aus einigen Absolventen des Aloisiuskollegs und vielen aktiven Jugendlichen verschiedenen Alters aus Vereinen und Parteien im Ländchen gebildet, die für dieses Jahr einen eigenen Wagen gebaut hatten. Groß wurden viele Kinderaugen bei der Durchfahrt des überlebensgroßen, originalgetreuen Schlumpfhauses der Schützen, aus dem es reichlich Kamelle regnete.

Tierlieb ging es bei den „101 Dalmatinern“ zu, ehe bunt schillernde Regenbogen des SV Alemannia mit Kamelle und Musik für Stimmung sorgten. Beliebt war bei den Kindern auch Robin Hood mit seinem Gefolge. Die Garde der Hetzbröde, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum begeht, kündigte schließlich den Gardewagen an. „Ich komme jedes Jahr hierher“, verriet ein Koblenzer, der die Gelegenheit immer mit einem Familienbesuch verbindet. Seine Begleiterin zeigte sich erfreut, dass der Karneval in dem kleinen Ort auch von den neuen Bürgern gut angenommen wird.

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