Die "Kammerkätzchen" zieht es in luftige Höhen

Die "Kammerkätzchen" zieht es in luftige Höhen

Prunksitzung der KG "Bäcker Hellwach" im Ahrweiler Bürger-Centrum - "Reporter vom Buure-Blättche" berichtet von einer Reise nach Berlin

Kreis Ahrweiler. Die Stimmung am Sonntag im Ahrweiler Bürger-Centrum mit dem Begriff "gute Laune" zu beschreiben, wäre maßlos untertrieben. Schließlich bekamen die rund 650 Jecken bei der Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft "Bäcker Hellwach" wieder einmal ein Programm der Spitzenklasse geboten.

Auf der Bühne gaben sich die Größen des Kölner Karnevals das Mikro in die Hand, aber auch einheimische Karnevalisten waren gern gesehene Gäste.

So marschierten zu Beginn der von Josef Gill moderierten Sitzung die Abteilungen der Ahrweiler Karnevalsgesellschaft ein und begrüßten das Publikum mit flotter Musik in ihrer Narrenmetropole.

In luftige Höhen verschlug es derweil die weiblichen Mitglieder der "Kammerkätzchen und Kammerdiener".

Die Tanzgruppe der Kölner KG "Schnüsse Tring" schickte zunächst den Nachwuchs auf die Bühne, bevor die Erwachsenen zu Polka und russischer Musik ihre ebenso waghalsigen wie schön anzusehenden Choreografien zeigten. Besonders die akrobatischen Einlagen wurden mit lautstarkem Applaus belohnt.

Nicht weniger beeindruckend war die Darbietung der "Luftflotte", die ebenfalls mit atemberaubenden Figuren glänzte. In der Bütt standen unterdessen Anekdoten aus dem täglichen Leben im Mittelpunkt.

So erzählten "Martin und Frank" von der Kölner Redner-Schule immer wieder ein und dieselbe Geschichte, allerdings schlüpfte Schüler Martin dabei stets in verschiedene Rollen: Ob Weltenbummler, Rumpelstilzje, Werbefachmann oder Vogel Aki, seine Parodien saßen und lösten im Saal wahre Lachsalven aus.

Von einer Reise nach Berlin berichtete später der "Reporter vom Buure-Blättche" Adam Kranz, dessen Frau sich gar nicht von ihm trennen konnte: "Noch 200 Meter ist sie neben dem Zug hergelaufen - bis sie den Mantel aus der Tür hatte".

Weniger die eigenen Erlebnisse als die anderer Leute interessierten das "Schnäuzer-Duo" alias Ralph Kuhn und Peter Schulte. Die beiden hatten wieder einmal die Augen offen gehalten und kommentierten das Gesehene in ihrer ganz eigenen Art.

Und als "Ne bergische Jung" erschien schließlich Willibert Pauels in der Bütt. Auch er schaffte es mit seinen Späßen mühelos, die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.

Klassisch wurde es zum Ende der ersten Programmhälfte: Im Italienurlaub habe Gill die berühmten Tenöre kennengelernt und sie überzeugen können, nach Ahrweiler zu reisen.

Doch das Bild, das sich den Zuschauern bot, als der Vorhang fiel, erinnerte nur bedingt an die Mailänder Scala. Aus Bad Breisig kamen die drei Karnevalisten, die sich in feinsten Zwirn gehüllt mit vermeintlich viel zu kurzen Beinen auf Podesten präsentierten und zum Playback von "La donna e mobile" kräftig ins Schwanken gerieten.

Nach den Arien stand den Jecken wieder der Sinn nach Fastelovendsmusik. Und die bekamen sie dann auch von den "Rabaue", zu deren Rhythmen es die Zuschauer von ihren Sitzen zog.

Mindestens so voll wie im Saal wurde es dann auf der Bühne, als das Reitercorps "Jan von Werth" in den Saal einzog. Und auch der Fanfarenzug "Die Kaaf-Säck" sorgte für ein imposantes Bild und einen würdigen Abschluss der gelungenen Sitzung.