Närrischer Lindwurm in der Quellenstadt: Das Traumschiff schippert über die Bad Breisiger Straßen

Närrischer Lindwurm in der Quellenstadt : Das Traumschiff schippert über die Bad Breisiger Straßen

Beim großen Karnevalsumzug lässt der Wassersportverein die Brisiacum wieder auferstehen. Schlafmützenträger träumen von einer schönen Stadt.

Das hat Seltenheitswert: In der Bad Breisiger Innenstadt standen erstmals mehr Menschen auf der B 9 als ansonsten Autos darüber rollen. Grund war der Karnevalsumzug der Quellenstadt-Narren, der die Autos auf Umgehungsstraßen verbannte. Acht Prunkwagen, 17 Fußgruppen, zwölf Musikkapellen, 320 aktive Teilnehmer und natürlich die vielen Hundert Jecken am Straßenrand brauchten schließlich viel Platz. Das triste, eher unfreundliche Wetter änderte daran nichts. Von Pauken und Trompeten angeführt, bildeten nette Asiatinnen die Spitze des Zuges. Goldige Pfauen aus Oberbreisig schlossen sich an. Die „Jecke Mädsche“ freuten sich, so manchen eitlen Pfau für sich ganz alleine zu haben.

„Breisig träumt“ hieß es dann bei aus ihrem Wagen verschlafen dreinblickenden Schlafmützenträgern. Gerne hätte man natürlich gewusst, wovon man so träumt. Vermutlich von der auf dem Wagen abgebildeten schmucken Rheinpromenade. Mit großer vierbeiniger Abordnung war das Gestüt des Margarethenhofs vertreten. Ponys und Kaltblutrösser trugen verwegene Hunnen, die in Bad Breisig einmarschierten. Derweil ließ sich die charmante Prinzengarde aus Brohl lieber gemütlich in einer überdimensional langen Kutsche transportieren. Die Blechchutzeler Küssnacht-Gruppe sorgte hinter den schmucken Mädchen mit Percussions und Bläsern für viel Rhythmus und mittanzende Menschen am Straßenrand.

Ägypter mit Pharaonen, Haremsdamen, Kamelen und mitgebrachten Pyramiden machten auf einen Bad Breisiger Klimawandel aufmerksam. Kein Wunder, dass die auf dem Prunkwagen aufgemalte Pfarrkirche fast schon in den Dünen stand. Horusauge sei wachsam, kann man da nur sagen. Mopping statt Mobbing lautete das Motto bei den agilen Reinigungskräften. „Da stehen wir für, und aus Gründlichkeit vor der eigenen Tür“, machten die Facility Manager klar. Ihre Devise: „Wir werfen nix. Wir stauben nur ab!“ Besonders gelungen: das Bad Breisiger Traumschiff. Mit der „Brisiacum schipperte der Wassersportverein über die B 9. Mit viel Liebe zum Detail war die kleine Fähre, die zum Leidwesen vieler ihren Betrieb eingestellt hat, nachgebaut worden.

Kaum waren Damen- und Herrenkomitee der Bad Breisiger KG mit „Samba im Veedel“ an der Menschenmenge vorübergezogen, wurde auch schon der Weg für Prinz Bernhard und Prinzessin Anne geebnet. Über die Zinnen ihrer stolzen rollenden Trutzburg katapultierten sie zentnerweise Kamelle in Richtung Untertanen.