Tausende von Narren in Remagen: Die Jecken brennen für ihr Prinzenpaar

Tausende von Narren in Remagen : Die Jecken brennen für ihr Prinzenpaar

Triumphzug für Prinz Alexander I. und Prinzessin Sandra I. durch die Römerstadt.

Das hatten sich die Wehrkameraden von Prinz Alexander I. (Krahe) anders vorgestellt. Schließlich hatte die Feuerwehr zusätzlich zu dem, was sie sonst an Karneval zu tun hat, auch noch einen Wagen für „ihren“ Prinzen gebaut. Und ausgerechnet da, wo dieser bei der Aufstellung des Remagener Karnevalsumzugs stand, stiegen der Prinz und seine Prinzessin Sandra I. (Krahe) aus dem Auto aus, um sich zur rollenden Burg zu begeben. „Die Überraschung ist geplatzt“, sagten die Kameraden im extra bestickten „Prinzenwehr“-Overall. Der Stimmung tat es keinen Abbruch, und der Prinz war trotzdem baff. „Bei der Feuerwehr nennen wir das: Leben in der Lage“, sagte er lachend und guckte zwei Mal auf die rollende Drehleiter und Kloschüssel, die die Feuerwehr präsentierte. „Ob de Schüssel klemmt oder de Hütt’ brennt: oose Prinz der rennt“, hieß es dazu.

Was will man auch für einen Prinzen, der als Installateur und Feuerwehrmann mit Wasser und Feuer zu tun hat, auch anderes tun als schäumen und brennen?! Und das taten die Remagener. Die Familie des Prinzen, inklusive seiner Eltern Doris und Eduard Krahe, die vor 33 Jahren das Prinzenpaar bildeten, stach mit der „MS Krahe“ in See.

Eine besondere Augenweide waren zudem die mit „Luftballon-Schaum“ übersprudelnden Badewannen auf zwei Beinen der „Karneval Revival Gruppe“, einer ehemaligen Turngruppe, die nach sieben Jahren Abstinenz im Zoch diesmal „in die Bütt“ lud: die wohl schönste Art Baden zu gehen.

Wein statt Wasser floss bei der „Gruppe Düwell“ und auch bei der Weinbaugemeinschaft, die Premiere im Karnevalsumzug feierte, weil der Prinz dort Mitglied ist. Während die einen erstmals mitmachten, ist es für andere schon Tradition. Die Gruppe Schorn etwa war mit einer Burg zum 32. Mal dabei. Und für Jörg Diwo war sein 26. Umzug als Zugleiter wohl auch der letzte in dieser Funktion. „Im Karneval aufhören werde ich aber nicht“, versprach er und freute sich zugleich über „wohl doppelt so viele Teilnehmer bei den Fußgruppen im Umzug wie sonst“. Dazu gehörten nicht wegzudenkende Heerscharen von Akteuren etwa von den Stadtsoldaten und der „Narrenzunft“, Magic Dancers und Prinzengarde, Kinder- und Jugendkarnevalisten, die Kinderprinz Alexander II. (Reisdorff) umringten, und natürlich die vielen Möhnen-Gruppen: Die „Engelchen“ waren besonders stolz auf „ihre“ Prinzessin Sandra I., die „Höppe Mötzche“kamen als Pfauen, die Nachtjacken erklärten im rosa Tutu „Keiner ist zu fett für Ballett“, und „Top 7“ leuchteten in Neonfarben vor dem grauen Himmel mit Stulpen und Netzhemden im Stil der 1980er umso kräftiger.

Stark präsentierte sich zu seinem 100-jährigen Bestehen der Sportverein, und zu ihrem 49. Geburtstag hatte Cristina Bauer eine Zugteilnahme mit ihren „verrückten Freunde“ wahr gemacht. Wie die „Mädels“ als Hexen auf „dieselfreien“ Besen, lebten sie alle das Tollitäten-Motto: „Feurich jeck, dat Hätz am rechte Fleck.“