Rosenmontagszug in Unkel: Unkeler haben den Sonnenschein im Hätz

Rosenmontagszug in Unkel : Unkeler haben den Sonnenschein im Hätz

Trotz schlechtem Wetter feiern jede Menge Jecken ausgelassen beim Rosenmontagszug in Unkel.

Jecke Stimmung trotz schlechtem Wetter Mit ihren Ehrendamen, Saskia Kessel und Paula Obliers, trotzte Prinzessin Constanze I. „aus dem Hause Ottersbach“ gestern in der Löwenburgstraße Windböen und Regenschauern. Erst, als alle Gruppe des Unkeler Rosenmontagszugs an ihrer mächtigen Burg vorbeigezogen waren, setzte sich ihr Wagen hinter dem Elferrat und den Majoretten in Bewegung, um die drei Grazien durch Scheuren am „Dom“ vorbei in Richtung Altstadt zu transportieren. Dort warteten schon jede Menge jeck kostümierte Unkeler auf die Narrenschar: Sie hatten sich selbst von dem wenig einladenden Wetter nicht davon abhalten lassen, ihrer jungen Regentin zuzujubeln und ihre Tüten mit Kamelle und anderen Süßigkeit zu füllen.

Die Hunnenhorde um Attila Harry Vollmer hatte Constanze angeheuert, ihrem Rosenmontagszug den Weg freizuschaufeln, während die Bauarbeiter vom Kanu-Club mit ihren Mini-Baggern bereit waren, mögliche Kollateralschäden zu beseitigen. Auf einen zeitlichen Wettbewerb mit dem BER hatte sich das Team des Sankt Pantaleon-Seniorenzentrums eingelassen, beantwortete allerdings die Frage „Berlin oder Schüre? Wer wird am Ende führe?“ überaus zuversichtlich selbst.

Die Flammen, die beim Tanz der New Diamonds während der Prunksitzung aufgelodert waren, hatten die New Pearls mit ihrer „Eiszeit“ erfolgreich verlöschen lassen. Von diesem frostigen Klima ließ sich das Gruselkabinett vom Reitverein Bruchhausen nicht abschrecken, das mit Ross und Gerippe ins Tal gekommen war. Zum extrem „bunten Treiben“ hatte dagegen die Heisterer Obermöhn Gerda Buchholz ihre Damen aufgefordert, die sich wie ihre maskuline Verstärkung in farbenfrohe Clownskostüme gehüllt hatte, die durch riesige Hüte und Krawatten in XXXXL-Format ins Auge stachen.

Farbenfroh waren auch die Schmetterlinge, die hinter den Möhnen herflatterten und die eigens ihre jungen Raupen aus dem Sankt Pantaleon-Kindergarten mitgenommen hatten. Breitbacher „Pänz op Jöck“, begleiteten die kleinen Tollitäten, Moritz I. und Lilli I., die Constanze einen Gegenbesuch abstatteten. Unkeler Pänz konstatierten dagegen als Dompteure oder wilde Tiere mit ihren Eltern: „Wat für ein Zirkus!“ Damit bezogen sie sich allerdings nicht auf die märchenhaften „Herzblättchen“, die sich für ihre Zwerge in Fliegenpilze verwandelt hatten.

Apropos fliegen: Natürlich waren auch die „Flying Dancers“ wie schon seit 25 Jahren im Zoch mit dabei, dieses Mal als feurige Brasilianer. Deren Copacabana-Schönheiten mussten ernsthaft befürchten, dass ihr Kopfschmuck aus Federn fliegen ging angesichts der immer wieder einsetzenden Böen. „Dafür sind wir fast gänzlich vom Regen verschont geblieben“, sagte Präsident Markus Winkelbach, der bei der After-Zoch-Party strahlte. „Und die Sonne hatten wir nicht nur im Herzen.“