Karneval im Vorgebirge: Damen-Dreigestirn begeisterte die Fans

Karneval im Vorgebirge : Damen-Dreigestirn begeisterte die Fans

Jecke haben an diesem Wochenende bei den Meckenheimer Stadtsoldaten, der Großen Heimerzheimer KG und beim Prinzen-Club Groß-Rheinbach gefeiert.

Der Karneval im Linksrheinischen nimmt Fahrt auf. Am Wochenende feierten die Jecken unter anderem bei den Meckenheimer Stadtsoldaten, bei der Großen Heimerzheimer KG und beim Prinzen-Club Groß-Rheinbach.

■ . Eng wurde es auf der Bühne um Kommandant Peter Klee beim Biwak der Stadtsoldaten. Die Reihen der Uniformierten schien in der Jungholzhalle beim Einmarsch kein Ende nehmen zu wollen. Letztlich knubbelten sich 80 Karnevalisten inklusive 30 Mitgliedern des Musikzugs auf der Bühne standen.  Zum 36. Mal empfingen die Stadtsoldaten Mitglieder befreundeter Vereine und warteten mit einem ansehnlichen Programm und einigen Superlativen auf. Zudem zeichnete Klee Jubilare aus und empfingen am Sonntagnachmittag mehr als dreimal soviel Tollitäten wie in den Vorjahren.

Nach der Vorstellung der Garden ertönten die Instrumente der Musiker, ehe Spieß Stefan Hammerschlag das Regiment übernahm. Er kommandierte die Männer mit der „Kawumm“ durch die Exerzierübungen und kündigte den klassischen, gut abgestimmten Stippeföttchedanz an. Ihnen folgten die großen Mädchen auf die Bühne, wo sie mit beachtlicher Synchronität und sichtbarer Freude ordentlich Stimmung in die Halle brachten. „Meckenem Alaaf“ hieß es anschließend für die Jubilare unter den Stadtsoldaten. Fünfzig Jahre ist Karin Hardt schon bei den Stadtsoldaten. Das Urgestein der Stadtsoldaten habe schon als Mädchen in Meckenheim getanzt, verriet Klee und überreichte eine Urkunde und eine Konzertkarte für „50 Jahre Bläck Fööss“.

Jeweils eine Ehrenadel in Bronze für fünf Jahre Mitgliedschaft steckte Klee Angela und Christian Fuchs an das Kostüm. Für zehn Jahre zeichnete der Kommandant Herbert Nabers, Johanna Kessel und Wolfgang Goldstein mit einer silbernen Nadel aus. Seit 25 Jahre dabei sind Margret Haas und Robert Klimaschewski und erhielten dafür die goldene Vereinsehrennadel.

Neben den Tänzen der Kadetten, der kleinen und der großen Mädchen, der Prinzengarde mit den „Ruude Stümche“, der Kindertanzgarde und der Jugendgarde sowie dem Solomariechen marschierten gegen Mittag die Showtanzgruppe „Rhythmocada“ der KG Rut-Wiess Ranzel in die Halle ein. Mit einer perfekten Choreografie und fetzigen Rhythmen zeigten sie, warum sie erst in Hessen, Rheinlandpfalz und Nordrhein-Westfalen den Meistertitel gewannen, um sich anschließend den Titel „Deutsche Meister“ zu holen. Kurz nach Mittag wurde es noch ein bisschen enger auf der Bühne als am Vormittag. Gleich 47 Tollitäten hielten beim Biwak Hof. rep

■ Zum ersten Mal regiert in Heimerzheimer ein Damen-Dreigestirn. Prinzessin Laura I. (Lasch), Bauer Elsberd (Elsbeth Bauer) und Jungfrau Ruth-Wilhelmina (Lütz) eroberten die bunt verkleideten Jecke im Sturm bei der Sitzung der Großen Heimerzheimer Karnevalsgesellschaft (GroHeiKa) und zeigten, dass ihr Sessionsmotto keineswegs ein Lippenbekenntnis ist: „Met Hätz un Spass jevve mir drei Fraue Jaas, us de KG un de Gard, all sin verzück, denn mir fiere mit öch ganz verröck“.

Mit einem Schlager-Medley unter der Überschrift „Mir senn su schön beklopp!“ zeigten die drei erfahrenen Karnevalistinnen ihr Bühnentalent. Die Jüngste des Dreigestirns ist Prinzessin Laura I., geboren am Rosenmontag und in Odendorf aufgewachsen, ist sie jedes Jahr aktiv im Rheinbacher Karnevalszug und seit 2017 Mitglied im Damenkomitee Goldene Herzen Heimerzheim. Karnevalistische Wiederholungstäterin ist Jungfrau Ruth-Wilhelmina – auch im „richtigen Leben“ auf diese beiden Namen getauft. Sie  regierte bereits als Prinzessin Ruth an der Seite ihres Mannes Manfred Lütz  in der Session 2011/2012 die Narrenschar. Die gebürtige Mönchengladbacherin ist aktives Mitglied in der Heimerzheimer Ehrengarde, inaktives in der GroHeiKa und in beiden Gesellschaften Schriftführerin.

Die gebürtige Niederländerin Elsbeth Bauer hat ihre Liebe zum rheinischen Karneval als Teilnehmerin im Morenhovener Rosenmontagszug entdeckt. Sie ist Gardistin, Vorstandsmitglied und Betreuerin der Tanzgarden der Heimerzheimer Ehrengarde, im Damenkomitee „Goldene Herzen“ und zweite Vize-Präsidentin der GroHeiKa. Die üblichen Alaaf-Rufe werden in dieser Session als Reminiszenz an die Herkunft der Tollitäten ergänzt um „Hup Holland hup!“ für den Bauer und „Halt Pohl!“ für die Jungfrau.

GroHeiKa-Präsident Manfred Lütz konnte die Jecke in der ausverkauften Aula der Georg-von-Boeselager-Schule durch ein attraktives Programm führen. Von dem beeindruckenden Aufmarsch der rund 140 rot-weißen Uniformierten der Ehrengarde der Stadt Bonn samt Tambourcorps, Musikzug und Tanzpaar Marie Franziska Suhr und Tanzoffizier Patrick Reichelt über die Redner Christian Pape und Achness Kasulke bis zu Jeckediz, Domstürmer, High Energy und andere. Und natürlich die Tollitäten und Uniformierten aus den anderen Swisttaler Ortschaften. sax

Mit Fug und Recht kann der Prinzen-Club Groß-Rheinbach für sich in Anspruch nehmen, die meisten gekrönten närrischen Häupter unter seinem Dach zu vereinen. Denn jedes der aktiven Mitglieder hat schon einmal als Prinz, Prinzessin, Bauer oder Jungfrau regiert, einige auch mehrmals. Um dies auch anderen Jecken zu ermöglichen und künftige Tollitäten finanziell zu unterstützen, haben ehemalige Tollitäten aus ganz Rheinbach auf Initiative von Hans Josef Trimborn im Oktober 1987 den „Prinzenclub Groß-Rheinbach“ gegründet.

Gründungsmitglieder im Merzbacher Hof waren die Prinzenpaare Günther und Marlies Lanzrath aus Merzbach, Hans Josef Trimborn und Rita Pietrangeli aus Wormersdorf, Hans und Maria Mertens aus der Kernstadt sowie Adam und Hermine Englert aus Queckenberg. Eduard Rauth war der erste Förderer. Nun wurden das närrische 33-jährige Jubiläum des Clubs sowie das elfjährige Bestehen des Senats mit einem Empfang und Sitzungsprogramm in der Wormersdorfer Turnhalle gefeiert.

Der Vorsitzende Ralf Dahs ist übrigens erst der zweite Vorsitzende in der 33-jährigen Club-Geschichte. Anfangs gab es nur Sprecher. Erst 1991 wurde der erste Vorstand gewählt und der erste Vorsitzende. „Er hat etwas Großartiges auf die Beine gestellt“, sagte Vize-Bürgermeister Karl-Heinz Kerstholt. Laut Dahs wurde der Prinzen-Club anfangs belächelt. Das habe sich aber schnell geändert, sagt Dahs. Der Verkauf von Orden ist bis heute die größte Einnahmequelle. Weitere Mittel steuert der Senat bei. Seit 1995 erhalten neben den erwachsenen auch Kinder-Tollitäten Finanzspritzen.

Auch die Vereine haben im Prinzen-Club eine verlässliche Unterstützung. Denn die alljährlichen Prinzenempfänge finden im Wechsel in den Ortschaften statt. Der dabei erwirtschaftete Erlös kommt den jeweiligen Gesellschaften zugute. Das Programm des Prinzenempfangs gestalteten unter anderem das Stadtsoldatencorps Rheinbach, die Wormersdorfer Tanzgruppe „Blauen Funken“, das Männerballett „Dreeser Kerle“ aus Oberdrees, die Lokalmatadoren „Sibbeschuss“ und „Ne Kistedüvel“. sax