Zug in Eudenbach: Der wohl längste Zoch im Kreis

Zug in Eudenbach : Der wohl längste Zoch im Kreis

Die Eudenbacher Karnevalisten feiern auf ihrem Zug auf mehr als acht Kilometern Länge. Zu sehen gab es Phönixe und Kritik an der Datenschutzverordnung.

Das strahlende Lächeln ließen sich die Zugteilnehmer in Eudenbach nicht nehmen, auch wenn es aus grauen Wolkenfeldern über ihren Köpfen immer wieder regnete. Und das ausgerechnet bei dem Zug, der laut Zugleiterin Stephanie Zelder mit seinen 8,4 Kilometern der längste im ganzen Rhein-Sieg-Kreis ist. „Je nach Wetterlage gehen wir hier vier bis fünf Stunden lang“, erklärte die in einen Regenponcho gehüllte Zelder. Und das ganz bewusst auf Wunsch der Teilnehmer. Man wolle nicht nur vom Publikum gefeiert werden, sondern auf der Strecke Zeit finden, sich selbst zu feiern.

Das zeigten in diesem Jahr auf überzeugende Weise 21 Gruppen mit 486 Teilnehmern. Die an karnevalistisch geschmückten Häusern und wild verkleideten Jecken vorbeiziehende Strecke von Sassenberg über Eudenbach, Wilmeroth, Hühnerberg und Quirrenbach füllten sie mit Kamelle, Kölsch und Karnevalsmusik.

Dazu motivierten sie zu Beginn Prinz Guido I. und seine Gemahlin Birgit I. extra noch einmal: „Lasst euch nicht unterkriegen von so ein paar Tröpfchen“, gab Giudo I. den vorbeiziehenden Gruppen des Oberhaumer Karnevalszugs per Megafon mit auf den Weg und grüßte die vorbeiziehenden Gruppen von seinem Prinzenwagen.

Denn zum ersten Mal wurde der Zoch andersherum aufgestellt, also so, dass alle Gruppen zunächst einmal in die falsche Richtung laufen und dann wenden mussten. „Damit jede Gruppe die Chance hat, alle anderen zu sehen“, erläuterte Zelder den Gedanken hinter dieser Neuerung.

Das lohnte sich, denn so sahen alle Teilnehmer zum Beispiel die Freundesgruppe „Rudelgewusel“, die als Bauarbeiter verkleidet die zurückliegende Sanierung der Landesstraße zwischen Eudenbach und Wilmeroth zum Thema machten.

Ebenso aktuell und politisch zeigten sich auch die Pleeser Fründe: „Drieß op de Datenschutzverordnung“, war auf ihrem Wagen zu lesen, „et einzig wohre is et Kölsche Jrundjesetz!“ Ob die Pleeser Fründe damit Recht behalten sollten, konnten auch die Wahrsager der „Wilde Jecke“ nicht sagen, dafür boten sie den Jecken am Straßenrand Handlesekunst gegen ein Kölsch und Kartenlegen gegen ein Bützje an.

Ähnlich magisch präsentierten sich die Jecke Fründe 1986, die als Phönixe verkleidet waren und deren Unsterblichkeit anstrebten: Sie feiern dieses Jahr ihr drei mal elftes, also 33. Jubiläum. Besonders beliebt bei den Kindern musste auch das Kinderprinzenpaar Eric I. und Prinzessin Lotta I. sein, die von ihrer Burg unermüdlich Kamelle regnen ließen – und damit ganz schnell die paar Tropfen Wasser von oben vergessen ließen.

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